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Kritische Psychologie |
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Vortrag & Diskussion
Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung & Praxis ( Lernen, Lehren, Macht: Lehrt Macht lernen? Zur Lern- und Lebenssituation minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland.Zeit & Ort: Freitag, 27. Oktober 2006, 19.00 Uhr Pädagogische Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen stellt hohe und vielschichtige Anforderungen an die involvierten Fachkräfte. Gegenüber den ausgeprägten Lernbedürfnissen, ungewöhnlich deutlichen Lernvorstellungen und teilweise massiven Lernproblemen junger Flüchtlinge erweisen sich die hiesigen (pädagogischen) Gewohnheitsbilder von Kind und Kindheit sowie die Vorstellungen von Lernen, Lehren und Erziehung als unzureichend. Gleichzeitig trifft in diesem Arbeitsfeld Pädagogik, vom Grundsatz her zukunftsorientiert, auf die asylpolitische Entscheidung, dass minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Deutschland keine Zukunft haben (sollen). Junge Flüchtlinge sind in Deutschland nicht gewollt. Dies kennzeichnet ihre Situation sowie die Bedingungen für Bildung und Betreuung. In der strukturellen Unterordnung unter ein restriktives Asylverfahren sind somit bereits ganz allgemeine und rechtliche verankerte Hilfsansprüche für Kinder und Jugendliche außer Kraft gesetzt. Überlegungen zu neuen Ansätzen oder Möglichkeiten erscheinen nahezu utopisch. Ging es zuvor noch um eine pädagogische Fragestellung, wirft diese gesellschaftspolitische Situation weitere, andere Fragen auf. Diese in der Bearbeitung des vorliegenden Lern- und Erziehungsproblems auszuklammern, wäre nicht nur unmöglich, sondern vollkommen realitätsfern. Was bedeutet dieses pädagogische und politische Dilemma also für den Erziehungsauftrag der Betreuung? Wo liegen die Grenzen von Begriffen wie Kindheit und Erziehung? Was kann der pädagogische Auftrag einer Betreuung überhaupt, was kann "Erziehung", was kann "Lehren" hier sein? Nicht zuletzt ergibt sich die bittere, fast zynische Frage, welche Funktion den pädagogischen Fachkräften in diesem Kapitel deutscher Asylpolitik letztendlich zukommt. In ihrem Vortrag thematisiert Susanne Theilmann auf der Grundlage der Lerntheorie Klaus Holzkamps die Zusammenhänge zwischen den pädagogischen, politischen, gesellschaftlichen und subjektiven Problemkonstellationen. Vor dem Hintergrund des in der eigenen Praxis erlebten komplexen Dilemmas will sie das Handeln der Beteiligten (be-) greifbar machen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Antworten, aber auch neue Fragen, die die Referentin dabei gefunden hat, sollen vorgestellt und diskutiert werden.
Der Vortrag basiert auf folgender Publikation
Material:
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